Ein donnerndes Sowohl-als-auch zu Griechenland

Eine gewisse Ska Keller aus der Grünen-Fraktion im Europaparlament verkündete jüngst ein – wie Sigmar Gabriel sagen würde – donnerndes Sowohl-als-auch zum Ende des dritten „Hilfsprogramms“ für Griechenland. Sie mag sich nicht so recht entscheiden, ob sie sich gegen eine „sparende“ öffentliche Hand aussprechen soll, denn ihr Fazit lautet: „Mit progressiveren Mehrheiten im Europäischen Rat und in der Eurogruppe könnten wir statt eines rigorosen Spardiktats, das die Einkommen Hunderttausender einbrechen lässt, Programme aufsetzen, die wirklich helfen: mit einer gesunden Mischung aus Sparen, Mitteln für Investitionen und Reformen.“
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Untergang des Kapitalismus aus kapitalismusfreundlicher Sicht

Die nachfragetheoretischen Freunde des Kapitalismus sehen das gegenwärtige System auf den Abgrund zusteuern, weil Staat, Haushalte und Unternehmen nicht zugleich sparen können, die Banken daher keine neuen Schuldner mehr finden. Augenscheinlich funktioniert diese Politik in Deutschland bestens, nirgends ist davon zu lesen, dass es Proteste gegen die Schuldenbremsen geben würde. Vielmehr taumeln die Menschen wie bewusstlos durch die individualisierte Konsumwelt, was sie sich nach langer Arbeit verdient zu haben glauben, um schließlich mit hirnlosem Medienkonsum bereit für den nächsten Arbeitstag ins Bett zu fallen. Dieser eher traurige Befund würde Nachfragetheoretikerinnen gar nicht einmal stören, würden die Leute nur mehr konsumieren können, das Paradies wäre zum Greifen nahe. „Untergang des Kapitalismus aus kapitalismusfreundlicher Sicht“ weiterlesen