Ein paar Worte zum Thema Migration

In einem lesenswerten Interview mit dem Historiker Hannes Hofbauer stellt dieser heraus, dass selbst Marx und Engels keine konsistente Position in Bezug auf menschliche Wanderungsbewegungen ihrer Zeit hatten. Mit Blick auf die Einwanderung irischer Arbeitskräfte nach England bemerkte Marx wohl, dass die englische Bourgeoisie die ethnischen Unterschiede nutzte, um die Arbeiterklasse zu spalten und die Löhne zu drücken. Engels hingegen befürwortete bei seinen Betrachtungen der Entwicklung in den Vereinigten Staaten die ungehinderte Migration, weil er die Hoffnung hegte, dass auf diese Weise das Elend der Arbeiterklasse so groß werden würde, dass sie die Revolution auslösen würde. Angesichts der heutigen Situation kommt mir diese Ambivalenz irgendwie bekannt vor. Heutige sozialistische Kleinparteien argumentieren wie einst Engels, obwohl seine Vorhersage nicht eintraf. „Ein paar Worte zum Thema Migration“ weiterlesen

Systemtransformation durch offene Grenzen?

In der Debatte um die Flüchtlingspolitik wurden Töne laut, die Sarah Wagenknecht vorwarfen, sie schade der Linken und nutze mit ihren Aussagen den Rechten. Tomasz Konicz nannte ihren Politikansatz daher nationalsozial, auch wenn er betonte, dass er sie nicht für eine Nazifrau halte.

Diese Einlassungen veranlassten Norbert Häring, Konicz als einen Schmierfinken zu bezeichnen. Obwohl man diese Bezeichnung nicht goutieren muss, treffen er und mit ihm Wagenknecht in meinen Augen doch einen wunden Punkt der „Open-Border-Bewegung“, dem sie anscheinend nur begegnen kann, indem sie die Überbringer der schlechten Nachricht verächtlich macht.
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