Untergang des Kapitalismus aus kapitalismusfreundlicher Sicht

Die nachfragetheoretischen Freunde des Kapitalismus sehen das gegenwärtige System auf den Abgrund zusteuern, weil Staat, Haushalte und Unternehmen nicht zugleich sparen können, die Banken daher keine neuen Schuldner mehr finden. Augenscheinlich funktioniert diese Politik in Deutschland bestens, nirgends ist davon zu lesen, dass es Proteste gegen die Schuldenbremsen geben würde. Vielmehr taumeln die Menschen wie bewusstlos durch die individualisierte Konsumwelt, was sie sich nach langer Arbeit verdient zu haben glauben, um schließlich mit hirnlosem Medienkonsum bereit für den nächsten Arbeitstag ins Bett zu fallen. Dieser eher traurige Befund würde Nachfragetheoretikerinnen gar nicht einmal stören, würden die Leute nur mehr konsumieren können, das Paradies wäre zum Greifen nahe. „Untergang des Kapitalismus aus kapitalismusfreundlicher Sicht“ weiterlesen

Gedanken zu Lohnerhöhungen

Lohnerhöhungen in Deutschland stellen aus der Sicht der nachfragetheoretischen Makroökonomie quasi das Allheilmittel dar, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Europa auszugleichen und zugleich die Angst vor technisch bedingter Arbeitslosigkeit als Propaganda zu entlarven. Selbst wenn man die Zweifel in Bezug auf technisch bedingte Arbeitslosigkeit, die sich schon einstellen, wenn man die automatischen Kassen in einem Premiumsupermarkt erblickt, für den Moment beiseite lässt, fällt doch auf, dass in den letzten Jahrzehnten eine gelinde ausgedrückt eher gegenläufige Wirtschaftspolitik betrieben wurde. Immer wieder wurde von Lohnzurückhaltung gesprochen, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Ein großer Niedriglohnsektor wurde eingeführt, die Lohnnebenkosten gesenkt. Mit Hartz IV wurde ein Disziplinararrangement gegen die Arbeitslosen gefunden, das die diffuse Angst um den Arbeitsplatz zu einer der vorrangingen Sorgen vieler Menschen hierzulande hat werden lassen. „Gedanken zu Lohnerhöhungen“ weiterlesen

Ökonomische Gedankenakrobatik zur Produktivität II

Der Film Schichtwechsel, der gestern abend auf arte lief und noch in deren Mediathek sein sollte, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als Herr Wendl. Die Prognose zum Schluss des Films lautet, dass nur noch ein Drittel der Menschen global gesehen in nicht allzu ferner Zukunft einer Arbeit, wie sie heute üblich ist, nachgehen werden. In naher Zukunft könnten einer anderen im Film genannten Prognose zufolge 18 Millionen Jobs in Deutschland automatisiert werden. Der teilweise etwas konfuse Streifen charakterisiert den Begriff Industrie 4.0 so, dass mit der vierten industriellen Revolution grob die Vernetzung der Maschinen bzw. Roboter, das Internet der Dinge und die Digitalisierung von Büroarbeiten gemeint ist. Die deutsche Großindustrie hat den Begriff hierzulande in die Welt gesetzt, doch die Entwicklung in diese Richtung wird auch in anderen Ländern vorangetrieben. „Ökonomische Gedankenakrobatik zur Produktivität II“ weiterlesen