Profitratenfall revisited

Beim umhersurfen stieß ich auf einen Artikel von Joseph Choonara, der die Tendenz zum Fall der Profitrate Marx folgend anführt und andeutungsweise mit der Arbeitswertlehre begründet. Investitionen in Maschinerie seien demnach solche in „tote Arbeit“, die die Produktivität zwar erhöhen, aber eine Verringerung der „Mehrwertmasse“ durch die Verbilligung der Produkte mit sich bringen, sofern mehr in „tote Arbeit“ als in lebendige investiert werde.

Choonara präsentiert weiter unten eine Abbildung mit Schätzungen der globalen Profitrate aus einem anderen Werk, die sich seit Mitte der 2000er Jahre anscheinend auf einen Wert unter 17% einzupendeln scheint, während sie ihren Höhepunkt offenkundig in der Mitte der 1960er mit angeblich fast 27% erreichte. Schaut man sich die Quelle an, muss man feststellen, dass ihr Urheber Esteban Maito die Probleme der Arbeitswertlehre elegant umschifft, wie statistisch arbeitende Marxianer dies meines Wissens nach gerne tun. Maito referiert die übliche Definition der Profitrate: Pr = m/(v+k) mit m wie Mehrwert, k wie konstantes Kapital (Maschinerie etc.) und v dem Wert des variablen Kapitals, der lebendigen Arbeit, und fügt sogar noch zirkulierendes Kapital (z) wie Rohstoffe und Betriebsmittel usw. als Summanden ein. Die Profitrate nach Maito sieht daher zunächst so aus: Pr = m/(v+k+z). Da z schwierig zu messen sei, v keine große Bedeutung mehr für den Profit habe, vereinfacht sich die statistische Aufgabe zu Pr = m/k. Basierend auf verschiedenen statistischen Quellen kommt Maito zu dem Schluss, dass Marx recht hatte, was den tendenziellen Fall Profitrate betrifft. „Profitratenfall revisited“ weiterlesen