Macron oder Fünf weitere Jahre Neoliberalismus in Frankreich

Entgegen der Einschätzung des erwähnten österreichischen Journalisten geht Emmanuel Macron in das Rennen um die Präsidentschaft in Frankreich gegen Marin Le Pen. Die Bezeichnungen für diesen typischen Vertreter der republikanischen Elite, die einem im medialen deutschen Grundrauschen begegnen, sind sozialliberal, mitte-links oder linksliberal. Dabei handelt es sich, wie Jens Berger richtig anmerkt, eher um eine französische Ausgabe eines Christian Lindner, einen gläubigen Neoliberalen also. Für die mehrheitlich liberal-konservativ eingestellte deutsche Medienlandschaft ist es freilich der Wunschkandidat, will er doch allem Anschein nach dem Kurs der Bundesregierung folgen. „Macron oder Fünf weitere Jahre Neoliberalismus in Frankreich“ weiterlesen

Neues Wort gelernt: Linkstribun

In einer dlf-Radiosendung über die anstehenden französischen Präsidentschaftswahlen, wurden die vier derzeit aussichtsreichsten Kandidaten vorgestellt namentlich Marine Le Pen, Emmanuel Macron, Francois Fillon und Jean-Luc Mélenchon. Zu diesem Zweck wurde ein in Frankreich lebender österreichischer Journalist interviewt, der Le Pen und Mélenchon vorn sah, wobei er letzteren als Linkstribun titulierte. Mir ist bekannt, dass in Österreich teilweise ein anderes Vokabular benutzt wird als bei uns Piefkes, dennoch scheint es sich um eine Wortschöpfung des besagten Journalisten zu handeln. Diese soll wohl ausdrücken, dass es sich bei Mélenchon um einen Linksradikalen handele, der potentiell gefährlich werden könnte. Für wen oder was der linkssozialdemokratische Kandidat eine Gefahr darstellt, kommt freilich nicht zum Ausdruck. „Neues Wort gelernt: Linkstribun“ weiterlesen

Über kontraintuitive Begriffsverwendung aus dem Antidiskrimierungslager

Per Zufall landete ich letztens bei einer sozialphilosophischen Diskussionssendung über (staatlichen) Rassismus und damit zusammenhängenden Sexismus in Frankreich auf arte. Wenn etwa von Rassismus betroffene Personen ein Sommercamp veranstalten und nicht Betroffene ausschließen, sei das nicht rassistisch, wenn eine Kneipe nur autochtone Franzosen und Europäer hereinlässt, handele es sich hingegen um Rassismus. Wegen der antirassistischen Zielsetzung des Camps sei eine Positivdiskriminierung laut der dafür scheinbar zuständigen akademischen Kapazitäten gerechtfertigt. „Über kontraintuitive Begriffsverwendung aus dem Antidiskrimierungslager“ weiterlesen

Ernüchterndes über Nuit debout

Die spärliche Berichterstattung über die jüngste Platzbesetzungsbewegung Nuit debout in Europa, deren Schauplatz Frankreich war, hatte mich zu der Fehleinschätzung verleitet, dass sich Nuit debout mit den Gewerkschaften zusammen gegen Hartz-IV à la française verbünden würde. Leider stimmten die Voraussagen derjenigen, dass sich die Bewegung mit Beginn der frz. Sommerferien verlaufen würde. „Ernüchterndes über Nuit debout“ weiterlesen