Kapitalismus als Massenkonsumphänomen?

Da die Arbeitswerttheorie ihre Schwierigkeiten hat, wollte man sie überprüfen bzw. mit ihr quantitative Voraussagen über die Zukunft der kapitalistischen Ökonomie machen, ist es schon eigentümlich, dass viele von Marx inspirierte Gelehrte an ihr festhalten. Gleichwohl dürfte sich die Zahl derjenigen, die an die historische Notwendigkeit der proletarischen Weltrevolution glauben, seit den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts deutlich verringert haben. Keineswegs erwiesen sich die Arbeiter allesamt als emanzipatorische gesellschaftliche Kraft. Genausowenig lässt sich die abstrakte gesellschaftlich notwendige Arbeitszeiteinheit als Grundbaustein der kapitalistischen Wirtschaft ermitteln, womit darauf aufgebaute Zusammenbruchstheorien stark spekulativen Charakter annehmen. „Kapitalismus als Massenkonsumphänomen?“ weiterlesen

Ökonomische Gedankenakrobatik zur Produktivität II

Der Film Schichtwechsel, der gestern abend auf arte lief und noch in deren Mediathek sein sollte, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als Herr Wendl. Die Prognose zum Schluss des Films lautet, dass nur noch ein Drittel der Menschen global gesehen in nicht allzu ferner Zukunft einer Arbeit, wie sie heute üblich ist, nachgehen werden. In naher Zukunft könnten einer anderen im Film genannten Prognose zufolge 18 Millionen Jobs in Deutschland automatisiert werden. Der teilweise etwas konfuse Streifen charakterisiert den Begriff Industrie 4.0 so, dass mit der vierten industriellen Revolution grob die Vernetzung der Maschinen bzw. Roboter, das Internet der Dinge und die Digitalisierung von Büroarbeiten gemeint ist. Die deutsche Großindustrie hat den Begriff hierzulande in die Welt gesetzt, doch die Entwicklung in diese Richtung wird auch in anderen Ländern vorangetrieben. „Ökonomische Gedankenakrobatik zur Produktivität II“ weiterlesen

Creative against the Machine?

Ein Spiegel-Reporter berichtete kürzlich von den Forschungen großer Technologiefirmen wie Microsoft aus den USA. Die sich abzeichnenden Automatisierungspotentiale durch lernfähige Software scheinen riesig. Wenig beleuchtet wird allerdings, auf welche Bereiche sie sich auswirken werden, allenfalls ein Hinweis über die effizientere Bewässerung von Setzlingen lässt sich dem Text entnehmen. Jedenfalls scheint einer der Forscher überzeugt, dass der arbeitende Mensch von morgen stets werde beweisen müssen, warum seine Tätigkeit noch nicht automatisiert wurde. Da Anweisungen zu befolgen, von Maschinen in Zukunft besser erledigt werden könne als von Menschen, sieht sich der Mensch, wenn er nicht auf Almosen angewiesen sein will, dem Druck ausgesetzt immer kreativer bzw. einfallsreicher als die Maschinen zu sein. „Creative against the Machine?“ weiterlesen