Zur Senkung der „fremdverwirklichenden“ Arbeitsmoral

Ein im letzten Beitrag etwas unterschlagener Aspekt von Befehl-Gehorsam-Strukturen ist, dass die Gewohnheit daran das Gehirn entlastet. Viele Menschen sind – so scheint es – nicht in der Lage sich selbst auszuhalten und sich Ziele zu setzen, die ihnen niemand anders vorgibt. Allem Anschein nach könnte sehr viel überflüssige Schufterei schon heute wegfallen, doch würden viele von der Arbeitsgesellschaft zugerichtete Menschen dies noch gar nicht aushalten, weil ihre ganze Persönlichkeit daran hängt, Befehlen Folge zu leisten. Sie haben dabei vielleicht nicht im Wortsinne Spass, aber sind auch nicht zwingend unglücklich damit, weil es der Norm einer Arbeitsgesellschaft entspricht. Wer jedoch aus dieser Norm herausfällt, wird scheinbar reflexhaft angefeindet.

Im Gegensatz zum Selbstverwirklichungsansatz werden die meisten hierzulande quasi „fremdverwirklicht“, ohne dass sie daran groß Anstoß nähmen. Ganz ähnlich wie manch Polizist davon träumt, im Ausland verwendet zu werden, möchten auch viele Menschen aus der übrigen Arbeitsbevölkerung schlicht benutzt werden. Der Vorteil eines ausgefüllten Arbeitstages ist, dass Gedanken gar nicht erst aufkommen können. Das zentrale Nervensystem wird vielleicht noch zum Small Talk benötigt und verkümmert ansonsten ziemlich ungenutzt bis zur Rente, die nach den Vorstellungen des BDI aber erst mit 80 kommen soll. „Zur Senkung der „fremdverwirklichenden“ Arbeitsmoral“ weiterlesen

Zur Einstellung der jungen Beschäftigten in Deutschland

Manchmal schnappt man aus dem öffentlichen Rundfunk etwas auf und weiß nicht mehr genau, wann und wo es gesendet wurde. Jedenfalls begab es sich vor ein paar Tagen, dass die Meldung die Runde machte, dass die jungen Beschäftigten hierzulande mehrheitlich eine nüchterne Einstellung zu ihrem Job haben: Sie gehen zur Arbeit, weil sie dafür bezahlt werden. Na da schau her, Geld ist die Hauptmotivation für die Arbeit nicht die „Selbstverwirklichung” und der Spass an der Tätigkeit.
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