Gedanken zu Lohnerhöhungen

Lohnerhöhungen in Deutschland stellen aus der Sicht der nachfragetheoretischen Makroökonomie quasi das Allheilmittel dar, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Europa auszugleichen und zugleich die Angst vor technisch bedingter Arbeitslosigkeit als Propaganda zu entlarven. Selbst wenn man die Zweifel in Bezug auf technisch bedingte Arbeitslosigkeit, die sich schon einstellen, wenn man die automatischen Kassen in einem Premiumsupermarkt erblickt, für den Moment beiseite lässt, fällt doch auf, dass in den letzten Jahrzehnten eine gelinde ausgedrückt eher gegenläufige Wirtschaftspolitik betrieben wurde. Immer wieder wurde von Lohnzurückhaltung gesprochen, um den Aufschwung nicht zu gefährden. Ein großer Niedriglohnsektor wurde eingeführt, die Lohnnebenkosten gesenkt. Mit Hartz IV wurde ein Disziplinararrangement gegen die Arbeitslosen gefunden, das die diffuse Angst um den Arbeitsplatz zu einer der vorrangingen Sorgen vieler Menschen hierzulande hat werden lassen. „Gedanken zu Lohnerhöhungen“ weiterlesen

Ökonomische Gedankenakrobatik zur Produktivität II

Der Film Schichtwechsel, der gestern abend auf arte lief und noch in deren Mediathek sein sollte, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis als Herr Wendl. Die Prognose zum Schluss des Films lautet, dass nur noch ein Drittel der Menschen global gesehen in nicht allzu ferner Zukunft einer Arbeit, wie sie heute üblich ist, nachgehen werden. In naher Zukunft könnten einer anderen im Film genannten Prognose zufolge 18 Millionen Jobs in Deutschland automatisiert werden. Der teilweise etwas konfuse Streifen charakterisiert den Begriff Industrie 4.0 so, dass mit der vierten industriellen Revolution grob die Vernetzung der Maschinen bzw. Roboter, das Internet der Dinge und die Digitalisierung von Büroarbeiten gemeint ist. Die deutsche Großindustrie hat den Begriff hierzulande in die Welt gesetzt, doch die Entwicklung in diese Richtung wird auch in anderen Ländern vorangetrieben. „Ökonomische Gedankenakrobatik zur Produktivität II“ weiterlesen

Ökonomische Gedankenakrobatik bezüglich Produktivität

Noch nie habe technischer Fortschritt eine Steigerung der Produktivität herbeigeführt. Dieses Ergebnis präsentiert beinahe triumphierend ein Artikel auf dem Oxi-Blog von Michael Wendl, das völlig kontraintiuitiv daherkommt. Nun muss man genauer sagen, dass es ihm um die gesamtwirtschaftliche Produktivität geht, die laut Wendl auf dem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf pro Erwerbstätigenstunde als Indikator für Produktivitätswachstum basiert und dann wie auch immer deflationiert von Jahr zu Jahr verglichen wird. Man könnte sich auch einfach das BIP-Wachstum von Jahr zu Jahr ansehen und würde zum selben Resultat gelangen. Die spektakulären Wachstumsraten der Nachkriegszeit sind längst Vergangenheit und dennoch ist es ziemlich unzweifelhaft, dass seither die Produktivität in der Warenproduktion enorm gestiegen ist, mehr Produkte in kürzerer Zeit mit weniger Menschen hergestellt werden können. Doch ist Produktivität nach Wendl letztlich gleichzusetzen mit Wirtschaftswachstum, das folglich nie richtig von der Technikentwicklung beeinflusst worden sei abgesehen von der Zeit des Wirtschaftswunders.
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