Unternehmen wollen Gewinne erzielen. – Nein? – Doch! – Oh…

Jüngst wagten zwei Autoren vom Makroskop einen Blick in die Standardliteratur für BWL. Höchst erstaunt mussten sie feststellen, dass die handelsübliche Betriebswirtschaftslehre den Zweck eines Unternehmens darin sieht, dass ein Geldeinkommen erzielt wird. Anders als bei abhängig Beschäftigten nennt sich das erzielte Geldeinkommen im Fall eines Unternehmens Gewinn. Die beiden geben sich zutiefst erschüttert ob dieser schnöden so gar nicht humanistischen Maxime, sehen scheinbar eine Art Frevel darin, dass Wertschöpfung mit Geldeinkommens- bzw. Gewinnmaximierung in der Standardbetriebswirtschaftslehre identisch ist. „Unternehmen wollen Gewinne erzielen. – Nein? – Doch! – Oh…“ weiterlesen

Wertkritik oder „Im Zeitalter des Werts” – und nun?

In einem Interview sagt Moishe Postone, der zur sogenannten Wertkritik gezählt werden kann, dass für ihn der entscheidende Schritt in seiner Interpretation von Marx, der Gedanke gewesen sei, dass die Vergesellschaftung mittels des Wertes bzw. die Kategorie des Werts historisch spezifisch für den Kapitalismus sei. Man ist geneigt von einer Art Ontologie des Sozialen durch die Wertvergesellschaftung zu reden. In der Tat verabschiedet sich auch die Wertkritik in Person von Postone von der Idee des empirisch-wissenschaftlichen Nachweises der Arbeitswertlehre und sagt den Zusammenbruch des Kapitalismus ohne Zeitangabe voraus, ohne eine Heilswerwartung damit zu verknüpfen. Klassenkampf ist nicht mehr der Motor der Geschichte, und die Hoffnungen auf das Proletariat als zukünftiges revolutionäres Subjekt haben sich erledigt, allein das Wegbrechen der Wertsubstanz durch den immer geringeren Arbeitseinsatz pro Produkteinheit treibt das System dem Ende entgegen. „Wertkritik oder „Im Zeitalter des Werts” – und nun?“ weiterlesen

Die „neue Linke”, Neoliberalismus und die invertierte Rückkehr der Ehre

Bei gründlicher Überlegung zeigt sich, dass Forderungen nach negativen liberalen Freiheiten, Freiheiten von etwas, sich quasi auf alles beziehen können, was irgendein menschliches Wesen als störend oder beleidigend empfinden könnte. Auf dieser Spielwiese darf sich die neue Linke nach Herzenslust austoben und nutzt diesen Spielraum auch weidlich. Die Auswirkungen dieses bunten Treibens nehmen inzwischen groteske Züge an. Insbesondere die neue politische Korrektheit aus den Universitäten des angelsächsischen Raums gibt Anlass zu Stirnrunzeln, wenn etwa Triggerwarnungen bei der Shakespeare-Lektüre verlangt werden, die Nietzsche-Gesellschaft einer Uni verboten werden soll etc.. „Die „neue Linke”, Neoliberalismus und die invertierte Rückkehr der Ehre“ weiterlesen

Liberalismus versus Neoliberalismus?

Gehäuft trifft man derzeit auf den Versuch von sich selbst als liberal verstehenden Leuten, sich vom Neoliberalismus abzugrenzen, ohne sich darüber im Klaren zu sein wie nahe der Neoliberalismus am traditionellen Liberalismus orientiert war und ist. Die in beiden Begriffen enthaltene Freiheit beinhaltet eine positive und eine negative Seite. Die negative Freiheit meint die Freiheit von etwas insbesondere die Freiheit von persönlichem Zwang vor allem durch staatliche Organe, worauf sich die Neoliberalen der ersten Stunde im Hinblick auf die entstehenden wohlfahrtsstaatlichen Arrangements nach der Weltwirtschaftskrise 1929 bezogen, die sie als Weg in die Kommandowirtschaft sowjetrussischer Prägung brandmarkten. „Liberalismus versus Neoliberalismus?“ weiterlesen

Einige Schwierigkeiten der Arbeitswertlehre

Der Kernbaustein der marxschen Arbeitswertlehre besteht wohl darin, dass abstrakte Arbeit, d.h. Arbeit ohne Bezug auf ihren konkreten Inhalt, die für die Produktion einer Ware gesellschaftlich erbracht wurde, irgendwie den Warenpreis dominiert. Ihr Maß sei die durchschnittlich gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zur Produktion einer Ware. Die Vorstellung der Marxianer scheint daher zu sein, dass es sich dabei um einen unbewussten gesellschaftlichen Prozess handelt. Sollte es sich um eine halbwegs überprüfbare Theorie handeln, müsste man sie testen können. Dies erfordert jedoch genauere Angaben zum besagten Prozess, wie der Wert w den Preis p einer Ware formbestimmt. „Einige Schwierigkeiten der Arbeitswertlehre“ weiterlesen