Schwachsinn gibt es rechts, links und mittig

Eingangs bedarf es einer kurzen und damit unvollständigen Charakterisierung dessen, was unter rechts, links und mittig zu verstehen sein soll. Mit rechts meine ich den Glauben an die Überlegenheit der eigenen Nation bzw. des eigenen Volkes bzw. der eigenen Kultur gegenüber anderen, einen gewissen Hang zum Militär bzw. Militarismus und zur Exklusion Fremder und anderer Minderheiten und eine gewisse Autoritätsgläubigkeit etc.. Demgegenüber hat man aus meiner Sicht auf linker Seite eher ein Problem mit dem Militär, will eigentlich niemanden ausschließen, zweifelt an überkommenen Hierarchien und z.T. an Hierarchien überhaupt. Die politische Mitte oder, wie Tariq Ali sagen würde, die extreme Mitte, stellt quasi eine Mischung aus den beiden zuvor genannten Positionen dar, spielt sie – wie mir scheint – in letzter Zeit sogar gegeneinander aus.

Schwachsinn links


Aus irgendeinem Grund hat sich in den Köpfen vieler aus der Linken das Selbstverständnis festgesetzt, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten, weil sie für die ganze Menschheit das Beste wollen. Letzteres mag sein, dennoch ist man damit nicht gefeit vor Irrtümern und Abwegen wie die Existenz der Antideutschen zeigt, deren Vertreter*innen durchaus einen Atombombenabwurf zumindest in Punksongs auf Deutschland für geboten halten (Quelle liefere ich nach.). Das ist genuin linker Schwachsinn, der diesen Spassvögeln aufgrund des besagten linken Selbstverständnisses gar nicht mehr auffällt. Eine weitere Form linken Schwachsinns ist bspw., Menschen, die an bestimmte Verschwörungen glauben, grundsätzlich für rechts zu halten. Nicht einmal Menschen, die an eine Weltverschwörung von irgendeinem sinistren Zusammenschluss von Geldmächtigen o.ä. glauben, sind zwingend rechts, nur meiner Erfahrung nach meistens ziemlich bekloppt. Schließlich kann man rechte Einstellungen vertreten, ohne an irgendeine Verschwörung zu glauben.

Schwachsinn rechts


Der Schwachsinn von rechts besteht hingegen oft darin, Linken zu unterstellen, sie wollten die DDR bzw. den ehemaligen Ostblock zurückhaben, oder dass Linke an ihr (sauer verdientes) Geld wollten, oder dass sie alle Menschen gleich machen oder wahlweise einen neuen Menschen erzeugen wollten. Nicht zu vergessen Titulierungen wie Sozialromantiker oder Gutmensch, nur weil man als Linker z.B. darauf hinweist, dass man die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen auch auf andere Weise organisieren könnte. Das Pendant zu manchen bizarren Strömungen des Antideutschentums existiert in Form der Reichsbürger, die als Rechte den deutschen Staat nicht anerkennen. Zwischenzeitlich machte das Phänomen „autonomer Nationalisten“ von sich reden, die den Stil der linken Szene kopierten, aber eben Nationalisten waren oder sind, obgleich der Widerspruch schon in der eigenen Bezeichnung steckt. Das Beispiel des Hamburger Denunziationsportals der AfD für den Lehrkörper der Hansestadt macht zudem deutlich, dass die rechte Seite nicht an Meinungsfreiheit interessiert ist.

Schwachsinn Mitte


Der mittige Schwachsinn ist der Glaube an das ewige „Weiter so“, daran dass die Politik nur wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu folgen habe, somit für sog. „soziale Wärme“ nur im Parteimarketing Platz sein kann. Alles, was die Qualitätsmedien uns mitteilen, ist völlig neutrale Information, wirtschaftliche Interessen spielen nie eine Rolle usw.. Die extreme Mitte nutzt offenbar das antideutsche Spektrum, um Kritik am aktuellen Kurs der etablierten Politik in die verschwörungstheoretische oder antisemitische Ecke zu stellen, indem z.B. auf Wikipedia Personen in dieses Licht gerückt werden (vgl. z.B. die Dokumentation von Markus Fiedler). Das geht recht schnell, wenn man bedenkt, dass die ganz harten Antideutschen in etwa die Position der Neocons in den USA vertreten, so dass Kritik an den USA quasi dasselbe ist, wie Kritik an Israel und damit gleichbedeutend ist mit Antisemitismus. Auf der anderen Seite werden liberale Freiheitsrechte wie Versammlungsfreiheit, Schutz der Privatsphäre usw. ganz im Sinne der politischen Rechten immer weiter eingeschränkt, auch mit dem Argument rechte „Hate Speech“ kleinzuhalten.

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