Die Grünen und die „Wirklichkeitshärtung“

Letztens kam heraus, dass sich die Grünen kaum Gedanken über das Problem der Versorgungssicherheit bei der Stromversorgung gemacht haben, sondern nur Gigawatt-Forderungen erhoben. Wirklichkeitshärtung nennen sie das. Eigentlich wollte ich mich in der Frage gar nicht bestätigt sehen, dachte vielmehr, dass sie etwas in petto hätten. In den rund 40 Jahren seit ihrem Bestehen ist die Ökopartei noch nicht darauf gekommen, dass wir in den Industrieländern dann Strom verbrauchen, wenn wir ihn nutzen wollen oder auch müssen, nicht dann, wenn die Windstärke oder die Sonneneinstrahlung es zulässt. Das ist schon eine reife Leistung in Wohlfeilheit, zumal ihre Wähler*innenklientel sich hauptsächlich aus Besserverdienenden rekrutiert, die also mitunter durchaus die Ressourcen hätten bzw. bereitstellen könnten, sich ernsthafter mit der Energiewende auseinanderzusetzen, als auf arg vergröberte Statistiken zum Ökostrom zu verweisen. „Die Grünen und die „Wirklichkeitshärtung““ weiterlesen

„Jamaika“ im Bundestag ist vom Tisch

Die Demokratie lebt, man kann Sondierungsgespräche tatsächlich scheitern lassen! So war das Fazit irgendeines Radiokommentars an die Adresse derjenigen, die nicht mehr so recht an entscheidende Unterschiede zwischen den etablierten Parteien glauben. Aber ist dieser Schluss tatsächlich stichhaltig? Kann man nicht auch so argumentieren, dass die Klientel, der man sich in der FDP, der deutsche industrielle Mittelstand sowie Ärzte und die übrigen Besserverdienenden im Gesundheitsbereich, verpflichtet fühlt, nicht genügend von der eigenen Regierungsbeteiligung profitieren würde? Könnte es nicht auch sein, dass die Interessen der großherzigen Spender der FDP nicht gar so deutlich zum Zuge gekommen wären, hätte es die Jamaikakoaltion (CDU, CSU, FDP, Grüne) gegeben? „„Jamaika“ im Bundestag ist vom Tisch“ weiterlesen

Von „Laberfächern“ und „volkswirtschaftlichem Nutzen“

Der Begriff im Titel wird gerne benutzt, um alle Formen von menschlicher Betätigung vor allem an Hochschulen abzuwerten, bei denen kaum potentiell privatwirtschaftlich verwertbare Produkte aus der wissenschaftlichen Arbeit entstehen, oder mit denen kein (vermeintlicher) Bedarf an universitär bzw. staatlich abgeprüftem Sachverstand gedeckt wird. Medizin, Jurisprudenz, BWL, VWL und Naturwissenschaften (inklusive Informatik und Mathematik), Ingenieurwesen bis hin zur Architektur gelten als „vernünftig“, den volkswirtschaftlichen Nutzen mehrend, während die übrigen Sozialwissenschaften und philosophische Fakultäten als überflüssig angesehen werden. Dieses – mit Verlaub – kleinkarierte Stereotyp hält keiner kritischen Überprüfung stand, ist aber hartnäckig nicht zuletzt, weil Denkfaulheit außerhalb der Gelderwerbssphäre gerade auch bei „Leistungsträgern“ recht weit verbreitet zu sein scheint. „Von „Laberfächern“ und „volkswirtschaftlichem Nutzen““ weiterlesen

Polittalk auf Phönix oder: Macht Klimaschutz genug Arbeit?

Der regelmäßige Polittalk auf Phönix mit dem Namen „Unter den Linden“ drehte sich letztens – kurz vor dem internationalen Gipfeltreffen zum selben Thema in Bonn – um die Klimapolitik. Parteipolitisch bestand die Besetzung aus einer Grünenpolitikerin und einem FDP Politiker. Der ständig seine Ideologiefreiheit betonende Liberale verteidigte die Arbeitsplätze in der Industrie, die Grüne versuchte dagegen mit den Fortschritten in der klimaneutralen Energiegewinnung zu kontern, die die wegfallenden Arbeitsplätze auffangen würden.
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