Selig sind die geistig Armen…

Auch wenn ich in fast allem, was Karl Plumba auf dem Lower Class Magazine zum Anschlag auf die Bahninfrastruktur vor ein paar Tagen schreibt, einverstanden bin, fällt es mir schwer, mich mit der so formidabel vom Autor erläuterten Dummheit trotzdem quasi pauschal solidarisch zu erklären, indem er seine Kritik so bezeichnet. Dass wir alle bisweilen Dummheiten begehen, werden die wenigsten abstreiten können. Sind es nähere Bekannte oder Freunde, die sich dumm verhalten haben, würde man sich diesen gegenüber sicher bis zu einem gewissen Grad solidarisch verhalten, um ihnen z.B. aus der Patsche zu helfen. „Selig sind die geistig Armen…“ weiterlesen

Zur massenmedialen Bevormundungstendenz

Die im letzten Beitrag schon angesprochene bevormundende Tonart der veröffentlichten Meinung insbesondere im Staatsfunk fiel mir letzten Sonntag während der Publikumsaudienz des Presseclubs noch einmal ganz besonders auf die Nerven. Thema war der Niedergang der mitte-links Parteien, auch als sozialdemokratische Parteien bekannt, in Europa und die Wahlkampftips, die die versammelten Journalistinnen vom Presseclub Martin Schulz mit auf den Weg geben würden, obgleich alle der Ansicht schienen, dass Merkel ohnehin wieder Kanzlerin werden würde. Entsprechend irrelevant wirkten die Tips, etwa wie Macron für mehr Frauen im Parlament zu werben, LBGTQ*-Rechte mit in die Rhetorik einzuflechten etc.. Ob diese Themen Macron tatsächlich zum frz. Präsidenten werden ließen, sei einmal dahingestellt. „Zur massenmedialen Bevormundungstendenz“ weiterlesen

Zu den jüngsten Wahlen in Frankreich und dem Vereinigten Königreich

Mit der Wahl Macrons und seiner „Bewegung“ La République en marche sieht es zunächst einmal danach aus, als hätten im Nachbarland die wohlsituierten liberalen Bürgerlichen im Gefühl der eigenen relativen Arbeitsplatzsicherheit, die Abschaffung der Arbeitsplatzsicherheit des gesellschaftlichen Bodensatzes für die Wettbewerbsfähigkeit beschlossen, womöglich mit dem Hintergedanken die eigene soziale Stellung und die ihrer Brut langfristig damit sichern zu können. In Deutschland überschlug sich die veröffentlichte Meinung geradezu vor lauter Glück darüber, dass das Makrönchen den Franzosen endlich Beine machen werde, weil sie ihre Hausaufgaben nicht erledigt hätten. „Zu den jüngsten Wahlen in Frankreich und dem Vereinigten Königreich“ weiterlesen

Neoliberalismus oder Auf dem Rückweg in die gute alte viktorianische Zeit III:

Wie gesehen widersprechen sich die neoliberalen Ideen auf den verschiedenen Kommunikationsebenen oft genug, was nicht nur dem PR-Kalkül entspringt. Vielmehr rühren sie auch von Ungereimtheiten auf der Ebene der politischen Philosophie her. So wird bei Hayek nie richtig klar, ob der Markt ein normativer oder ein deskriptiver Begriff ist. Der Umgang des neoliberalen Denkkollektivs mit solchen konzeptionellen Schwierigkeiten ist augenscheinlich pragmatisch. In Chile etwa bot es sich nach dem Putsch gegen Allende 1973 an, dem Land den Markt u.a. mittels in Chicago ausgebildeter und darum neoliberal geprägter Ökonomen (bekannt geworden als die Chicago Boys) von oben zu verordnen, während etwa zur gleichen Zeit in den kapitalistischen Kernländern die Regierung bzw. der Staat im Verbund mit den Gewerkschaften als Feind der Wirtschaft und des Individualismus inszeniert wurde. Zur politischen Durchsetzung des totalen Marktes spielt begriffliche bzw. theoretische Klarheit offenbar nur eine untergerordnete Rolle, mag die Unschärfe der eigenen Theorie sich gar als eine Stärke erweisen, solange man die Macht hat, die Ziele durchzusetzen. „Neoliberalismus oder Auf dem Rückweg in die gute alte viktorianische Zeit III:“ weiterlesen