Et Merkel macht weiter…

Die Jubelmeldungen der Medienlandschaft überschlugen sich geradezu, nachdem nun bekannt geworden ist, dass die Alternativlose für eine weitere Amtszeit kandidiert. 55 % der Bevölkerung begrüßen dies laut einer jüngeren Umfrage, die gestern im Radio verlautbart wurde, und man fragt sich, was diese 55 % denn politisch bzw. inhaltlich daran begrüßen. Vermutlich wüssten die Leute darauf so schnell keine Antwort. Die konservative Klientel jedoch ist – wie das Wort schon sagt – primär daran interessiert, dass sich nichts für sie ändert. Dieses Gefühl vermittelt Merkel mit allen Kniffen der Public Relations, die nötig waren, um dieses als ihr Image aufzubauen. Alle innerparteilichen Konkurrentinnen hat Merkel derweil kalt gestellt, wie Helmut Kohl es ihr vormachte. „Et Merkel macht weiter…“ weiterlesen

Erklärungsversuche für das Wahlverhalten der (frz.) Arbeiterklasse

Bei Burks Blog tauchte jüngst die Behauptung von Eribon auf, dass die französische Arbeiterklasse rechts wähle, weil der Front National als einziger den medialen Konsens aufkündige, dass der Kapitalismus für alle gut sei, während sie früher die kommunistische Partei wählte. Daran lässt sich wunderbar anschließen, dass jedes Abdriften der Unterschichten nach rechts, auf das Versagen der „Linken” zurückzuführen sei, um ein anscheinend beliebtes linkes Theorieversatzstück anzuführen. Der dagegen vorgebrachte Einwand zielt darauf ab, dass die Arbeiterklasse rechts wählt, um sich der drohenden Konkurrenz durch die Einwanderung zu erwehren und ihr Stück vom volkswirtschaftlichen Kuchen abzubekommen, das ihnen aus ihrer Sicht gewissermaßen qua Abstammung zustehe. „Erklärungsversuche für das Wahlverhalten der (frz.) Arbeiterklasse“ weiterlesen

Und das kleinere Übel ist…

…Donald Trump. Diese Meinung vertreten die Amis in der Mehrzahl. Das internationale Polit- und Medien-Establishment zeigte sich anscheinend vornehmlich geschockt, während eine Stimme meinte, Trump werde dem Charme unserer Kanzlerin erliegen. Was diese Stimme unter Charme versteht, blieb danach für mich ein Rätsel, auf dessen Lösung ich jedoch keine Zeit verschwenden will. Seltsam finde ich außerdem die Hinweise auf die mangelnde Erfahrung Trumps in der Politik, weil er genau darum gewählt wurde, d.h., weil er nicht aus dem washingtoner Elitenzirkel stammt. Auch dass meines Wissens noch niemandem hierzulande die Parallelen zu Silvio Berlusconi in den Sinn gekommen ist, wundert mich etwas. „Und das kleinere Übel ist…“ weiterlesen

Spekulation oder die Monetarisierung der Zukunft

Realisierbar und realistisch in der Marktwirtschaft ist, was Unternehmen möglichst hohe Gewinne in der Zukunft ermöglicht bzw. zu ermöglichen verspricht. Erwartungen spielen deswegen in den veröffentlichten Wirtschaftsnachrichten eine Hauptrolle. Die neoliberale Glaubensgemeinschaft ist übrigens der geradezu religiösen Überzeugung, dass diese marktwirtschaftlich gebildeten Erwartungen den unhinterfragbaren Ratschluss des Marktes darstellen, dem sich die Individuen zu unterwerfen hätten, um nicht in der sozialistischen Mangelwirtschaft zu landen. Die Erwartungen mögen bisweilen nicht in Erfüllung gehen, dann haben diejenigen Pech gehabt, die darunter zu leiden haben. So funktioniert nunmal die Evolution. Basta. Auf dieser Ebene ist der Neoliberalismus nicht angreifbar. „Spekulation oder die Monetarisierung der Zukunft“ weiterlesen